Korfu Reisebericht

→ Reiseziel:  Korfu  ←

→ Reisezeitraum 18.09. – 25.09.2016 

→ Reiseart: Individualreise 

→ Unterkunft: Airbnb / Hotel 

→ Fluggesellschaft: Ryanair 

Korfu Reisebericht & Erfahrungen


Vorher waren wir bereits in Korfu Stadt und eine Woche in Albanien unterwegs. Hier könnt ihr den Reisebericht lesen.

Sonntag, 18.09. Korfu – Slippery when wet!

Bereits in unserer letzten Nacht in Sarande kam es zu einem heftigen Wetterumschwung. Die Temperaturen fielen um mehrere Grad und es getwitterte heftig. Leider folgt uns das schlechte Wetter nach Korfu, sodass wir im Regen ankommen. Es ist 12 Uhr Ortszeit, unser Bus nach Kassiopi kommt erst um 16 Uhr. Der Sonntag stellt sich als schlechter Reisetag heraus, da die Busse nicht wie sonst mehrfach am Tag fahren. Egal! Wir setzen uns in eine griechische Bäckerei, Essen erstmal einen Pie und erkundigen uns nach dem Busbahnhof, denn dieser ist nicht wirklich ausgeschildert (auch bei Google Maps und auf der Internetseite von Green Bus gibt es keinen Hinweis). Wir laufen los – immer Richtung Flughafen, denn dort soll sich der Busbahnhof befinden. Tatsächlich! Ungefähr 1 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, finden wir den Busbahnhof. Es gibt kostenloses WLAN und ein kleines Café. Wir warten. Pünktlich um 16 Uhr kommt der Bus, 3,70€ kostet die einstündige Fahrt, die uns in den Norden der Insel bringt. Unser vorab gebuchtes Hotel, das Sunflower Apartments, finden wir schnell, die Besitzer begrüßen uns lautstark lachend und winkend. Zur Begrüßung gibt es Wein, Oliven und Tsatziki. Kleine Schildkröten laufen um uns herum, während unser betagter Gastgeber mit uns über Gott und die Welt plaudert. Früher hat er als Tänzer auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet, dort hat er auch seine englische Frau Loreen kennengelernt. Wir fühlen uns willkommen.

Sunflower Apartments Kassiopi Korfu
Herzliches Willkommen in Kassiopi

Es dämmert bereits, als wir uns auf die erste Erkundungstour durch das hübsche Fischerdorf machen. Immerhin hat sich das Wetter gefangen. Wir sehen kleine Buchten, die den Anschein von Einsamkeit erwecken, gehobene Villen, direkt am Meer und gaanz viele Katzen. Schließlich kommen wir am Hafen an. Ein Restaurant reiht sich an das Nächste, die Auswahl fällt schwer. Die Preise sind etwas gehobener, genau wie die Klientel, die hier urlaubt, bei der es sich übrigens zum Großteil um Engländer handelt. Dementsprechend sprechen hier auch so gut wie alle Griechen sehr gutes Englisch. Kassiopi gefällt uns, es wirkt wie ein kleines Dörfchen, das seinen Charme trotz Tourismus nicht verloren hat (dass das auch anders aussehen kann, haben wir dann auf unserer nächsten Station feststellen müssen. Aber dazu komme ich ja noch 😉 ).

Korfu, Kassiopi

Montag, 19.09. Kassiopi – Alles Glück der Erde… 

Wir wachen auf, es regnet. Schon wieder! Also Strand können wir heute wohl knicken. Wir laufen durch Kassiopi und sehen die Reiseagentur C.o.s.m.i.c, die neben diversen Ausflügen nach Korfu Stadt und anderen sehenswerten Orten auch Reiten anbietet. Super, ich bin ewig nicht geritten und ein 2-stündiger, gemütlicher Ausflug zu Pferd könnte ja ganz lustig werden. Um halb 5 werde ich abgeholt und zur Ranch mit circa 15 Pferden gefahren. 2 Stunden lang geht es im langsamen Tempo über Feldwege, durch Olivenhaine und am Strand entlang. Zwar ist das Tempo eher etwas für Anfänger (es sind auch Leute dabei, die noch nie geritten sind), doch trotzdem ist es schön entspannend die Landschaft auf dem Pferderücken zu durchstreifen. Und da sich die Sonne immernoch eher selten zeigt, ist heute eh kein klassischer Strandtag.

Kassiopi, Korfu
Regenfront in Kassiopi
Reiten auf Korfu, Kassiopi
Mein etwas sturrköpfiger Reiseleiter

Reiten auf Korfu. Kassiopi

Abends gehen wir zum Hafen. Wir haben das Restaurant Petrino gefunden, das bei tripadvisor sehr gelobt wird und sogar vegetarische Moussaka auf der Karte hat. Nichts wie hin! Wir bestellen eine Platte mit herrlichen, griechischen Kleinigkeiten, sogenannte Meze, und das besagte Moussaka. Es ist köstlich.. Aber viel zu viel! Am Ende des Abends rollen wir ins Hotel zurück. An dieser Stelle schicke ich schöne Grüße an Clara, die ja auch bestens weiß, wie so eine Völlerei beim Griechen aussehen kann 🙂 Ich bereue nichts!

Morgen werden schon wieder die Koffer, bzw. der Rucksack gepackt, denn wir ziehen weiter in den nächsten Ort. Unser Ziel ist Sidari, ein bei englischen Touristen sehr beliebt Ort im hohen Norden Korfus. Kassiopi hat uns gut gefallen, doch leider haben wir Pech mit dem Wetter gehabt, sodass wir die Strände nicht austesten konnten. Das, was wir gesehen haben, ist aber durchaus empfehlenswert!

Kassiopi, Korfu, Albanien
Blick von Kassiopi auf die albanische Küste

Dienstag, 20.09. Sidari – Der Kanal D’amour  & viele Irish Pubs

Nach einer herzlichen Verabschiedung von unseren Gastgebern in Kassiopi steigen wir in den Bus nach Sidari. Es regnet… immer noch! Wir zahlen die fälligen 3,70€ und sind nach einer Stunde an unserem Ziel angekommen. Sidari –  die Engländer Hochburg. Unser Reiseführer hat mit dieser Bezeichnung nicht gelogen. Der Charme griechischer Dörfchen, die wir auf dem Weg hierhin gesehen haben, ist eindeutig verflogen. Hier reiht sich ein Pub an den nächsten, sogar ein chinesisches und ein indisches Restaurant können wir ausmachen. Und das mag schon was heißen. Was sich jetzt vielleicht enttäuscht anhört haben wir ja vorher gewusst und auch so gewollt. Zwei Tage Urlaub am nördlichen Ballermann Korfus (im Süden soll es noch einen ähnlichen Ort geben. Hier gibt es sogar einen MC Donalds… Haben wir uns sagen lassen). Na gut! Auf der Suche nach unserer Unterkunft stellen wir schnell fest, dass das Preisniveau in Sidari wirklich niedrig ist. Bei der Fülle an Restaurants ist das auch ehrlich gesagt kein Wunder. Wir finden unser Hotel, das Othonas, etwas abseits des Trubels und werden von Schäferhund Iris begrüßt. Die Anlage gefällt uns auf Anhieb, hier haben wir sogar einen Pool und einen kleinen Garten vor der Nase.

Othonas, Sidari, Korfu
Kleine Oase der Ruhe im trubeligen Sidari

Wir sitzen auf unserer kleinen Terrasse und überlegen den Plan für den Tag. In Sidari befindet sich der sagenumwobene Kanal d’amour. Die Legende besagt, dass einem Mädchen, das es durchschwimmt, ein Herzenswunsch erfüllt wird. Naja… Gucken kann man ja mal! Wir laufen durch die Straßen, überall blinkt es, Promoter wollen uns in ihre Läden locken. Wir machen es wie immer, kaufen uns ein Bier im Supermarkt und gehen erstmal an den Strand. Dieser wird zwar immer wieder gelobt, seine Schönheit bleibt uns allerdings ehrlich gesagt verborgen. Sorry! Wir entdecken ein Schild, auf dem das Cap d’amour ausgeschildert ist und ein paar Schritte weiter ist es schon erreicht. Joa, hat schon was, diese von hellen Sandsteinfelsen umringte Bucht. Wir sind genau zur richtigen Zeit da. Das Kap ist fast menschenleer und die Sonne geht gerade unter. Ein malerischer Anblick und eine willkommene Abwechslung zum Rest der Stadt. Durchschwimmen würde ich hier aber nichts, die Strömung ist stark und die Wellen schlagen mit großer Kraft an die Felsen. Ein kleiner Altar erinnert an einen Rettungsversuch, bei dem ein junger Italiener hier vor Jahren ums Leben kam.

Cap d'amour

Cap Kanal d'amour in Sidari

Übrigens: diese schönen Buchten findet man mehrfach in Sidari und Umgebung, ich habe gehört, dass der „echte“ Kanal d’amour vor Jahren zusammengestürzt sei, kann aber nicht sagen, ob da wirklich was dran ist. Eines ist meiner Meinung nach unumstritten: Schön ist ihr Anblick so oder so!

Sonnenuntergang am Cap d'amour
Sonnenuntergang am Cap d’amour

Den Abend verbringen wir in einem der zahlreichen Restaurants. Die Auswahl ist riesig, die Preise unschlagbar. Musik dröhnt aus diversen Bars, ich frage mich, woher auf einmal all die Menschen kommen, die nun in den Lokalen sitzen. Überall wird Englisch gesprochen, manche Geschäfte werden sogar von Engländern geführt. Sidari… Die englische Kolonie.

Mittwoch, 21.09. Mit dem Fahrrad zum Kap Drastis

Gestern ist uns ein kleiner Fahrradverleih am Ende der Trubelstraße aufgefallen, deshalb kam uns spontan der Gedanke, ein Fahrrad auszuleihen und ein bisschen herumfahren. Nur ein paar Kilometer entfernt befindet sich das Kap Drastis, das den nordwestlichsten Punkt Korfus markiert. Genau da wollen wir hin! Das Radeln fällt uns nicht schwer, die Straßen sind eben und der frische Fahrtwind sorgt für eine willkommene Abkühlung. 

Kap Drastis, Korfu

Wir durchqueren das Dorf Peroulades, das Kap Drastis ist bereits ausgeschildert. Nur noch eine steile Straße liegt vor uns… Nur noch! Bald muss ich absteigen und das Rad schieben, der Weg scheint schier endlos. Ich bin nassgeschwitzt, als ich endlich oben ankomme. Puh! Jetzt kanns ja nur noch besser werden. Denkste! Vor uns liegt eine steile, holprigen Schotterpiste. Schieben oder Fahren? Ganz klar: Ich steige aufs Rad und lass es einfach rollen. Ein paar Kurven später bietet sich uns ein phänomenaler Ausblick auf das Kap. Alle Mühen sind schnell vergessen. 

Kap Drastis

Cap Drastis
Fahrradtour zum Kap Drastis

Wir folgen den Schildern in Richtung Strand, es geht weiter über holprige, teilweise matschige Pfade und Kurven, die uns bis zum Fuß des Berges leiten. Wir stellen die Fahrräder ab und kommen schließlich in der von hohen Felsen umringte Bucht raus. Nur einen kleinen Bootsverleih gibt es hier,  12€ kostet eine 45-minütige Tour um das Kap, sogar nach Sidari kann man sich bringen lassen. Wir setzen uns auf die welligen Sandsteinfelsen und lesen in unserem Reiseführer, dass das Kap Drastis leider gar nicht mehr betreten werden kann, da es sich im Privatbesitz befindet. Schade, der Ausblick wäre mit Sicherheit atemberaubend gewesen. Wir begeben uns langsam auf den Rückweg, schließlich wartet noch der steile Aufstieg auf uns. Schon von Weitem höre ich lautes Geschimpfe. Kurz muss ich an den alten Mann denken, der das Kap bewacht oder sogar besitzt, verwerfe den Gedanken allerdings wieder. Je näher wir dem Kap kommen, desto lauter werden die Schimpftiraden. Und dann werden wir  Zeuge einer grotesken Szenerie: zwei ältere Menschen stehen vor ihrem Holzhaus und beschimpfen… Ja, wen überhaupt? Zweifelsohne passt Ihnen irgendwas nicht, denn sie hören auch nach mehreren Minuten nicht auf zu schreien und zu fluchen. Von Weitem können wir erkennen, wie sich zwei Touristen dem Kap nähern. Die Alten zögern nicht lange und werfen mit Steinen nach den ungewollten Gästen. Ja, ihr habt richtig gelesen, mit Steinen (und griechischen Flüchen)! Zwei deutsche Touristen, die das ganze ebenfalls beobachteten, berichten, dass am Eingang zum Kap ein Schild mit der Aufschrift „Welcome“ hängt und nichts darauf hindeutet, dass man sich dort lieber nicht aufhalten soll. Andere berichten, dass sie schon von der „Gastfreundschaft“ des Eigentümers gehört haben. Wir können drüber lachen.. Stehen ja auch weit weg. Auch als wir die Schotterpiste in Richtung Peroulades verlassen, hören wir noch das Gefluche. Ich grinse und benenne das Kap Drastis im Geiste um –  in „Kap des schimpfenden Mannes„. Solltet ihr jemals zum Kap Drastis kommen (was sich wirklich, wirklich lohnt), solltet ihr jedenfalls besser darauf verzichten dieses zu betreten (es sei denn, ihr möchtet gesteinigt werden). Der Blick auf das Kap ist den Weg auch schon wert! 

Kap Drastis Beach

Kap Drastis Korfu

Wir folgen noch einem weiteren Tipp aus unserem Reiseführer und fahren zurück nach Peroulades. Hier soll es eine Bar geben, von der man einen fantastischen Ausblick genießen kann. Die 7th Heaven Bar ist schnell gefunden und wir haben sogar Glück und ergattern zwei der Schaukeln, auf denen man einen tollen Blick auf das Ionische Meer hat. In dieser Bar fühlt man sich wirklich ein bisschen wie im 7. Himmel. Und auch von der kleinen, gläsernen Aussichtsplattform bieten sich tolle Ausblicke. Absolut empfehlenswert!

7th Heaven Bar korfu

Eine halbe Stunde später sind wir wieder in unserem Hotel angekommen. Die Sonne strahlt und da uns die Strände der Region her enttäuscht haben, genießen wir sie einfach an unserem Pool. Ich bestelle einen der gelobten Cocktails am der Poolbar, er schmeckt frisch und einfach köstlich. Urlaubsfeeling pur! An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Freunden „entschuldigen“, die ich vielleicht mit den Fotos etwas neidisch gemacht habe. Tut mir leid.. Ein bisschen 😉

Morgen nehmen wir den Bus zu unserem letzten Ziel, dem Dörfchen Agios Georgios, das mit einer großen Bucht und einem langen Sandstrand lockt. Wir freuen uns auf den Nordwesten der Insel, der weniger touristisch und dementsprechend sehr viel authentischer sein soll. In Sidari kann man jedenfalls jede Menge Spaß und Party haben…  wenn man das denn will. Die Preise sind niedrig und die Möglichkeiten groß. Toll fanden wir aber in erster Linie das Umland, in dem es viel Schönes zu sehen gibt. Verschwendet waren diese zwei Urlaubstage jedenfalls ganz und gar nicht!

22.-23.09. Agios Georgios – da wo die Uhren etwas langsamer ticken 

Um 11.30 Uhr nehmen wir den Bus, der uns nach Agios Georgios bringt. Nach einer halben Stunde und ein paar halsbrecherischen Kurven sind wir angekommen und werden direkt von einem weitläufigen Sandstrand begrüßt. Wir laufen die Promenade entlang und halten Ausschau nach unserem Apartment, das wir für 40€ pro Nacht über Airbnb gebucht haben. Bald sehen wir die Butterfly Bar, die unsere Gastgeberin erwähnt hat. „Costas Apartment“ liegt in einer ruhigen Seitenstraße und hat mal wieder alles, was wir brauchen. Sogar unsere Tickets für den Rückflug können wir hier problemlos ausdrucken. Wir richten uns kurz ein und laufen dann direkt los zum Strand. Wir legen uns an einen leeren Abschnitt, an dem keine Sonnenliegen stehen, und liegen den restlichen Tag faul in der Sonne herum. Es ist herrlich! Unsere Faulheit unterbrechen wir nur mit kurzen Ausflügen ins saubere und tiefe Meer.

Agios Georgios, Korfu
Angekommen in Agios Georgios

Strand von Agios Georgios

Wir merken sofort: in Agios Georgios kann man so richtig gut entspannen. Massentourismus und hektischen Treiben sind hier, zumindest in der Nebensaison, ganz,  ganz weit entfernt.

Am nächsten Tag laufen wir durch unser kleines Dörfchen und sehen einen Autoverleih. Da wir unseren ersten Plan, von Samstag auf Sonntag noch eine Nacht in Paleokastritsas zu verbringen, aufgrund der fehlenden Busverbindung verwerfen mussten, beschließen wir, morgen zumindest ein Auto zu leihen, um uns dennoch einige Sehenswürdigkeiten im Nordwesten ansehen zu können. Schnell ist ein Kleinwagen für 40€ für den nächsten Tag reserviert, der Plan für den letzten Urlaubstag steht also. Heute bleiben wir aber erstmal in Agios Georgios und lassen es wieder easy angehen. Nach einem Spaziergang einmal rund um die Bucht, legen wir uns wieder an unseren liebgewonnenen Platz am Strand und amüsieren uns über den Obstverkäufer, der von Zeit zu Zeit vorbeifährt und mechanisch seine Waren anpreist. „Fresh Fruit. Local. Corfu. Melon. Watermelon.“ Der Jingle unseres Urlaubs!

Agios Georgios
Zwischenstopp beim Spaziergang durch Agios Georgios

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