Marsa Alam Reisebericht

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Gastbeitrag. Meine Freundin Mareike war so nett, einen Blogbeitrag über ihre Marsa Alam Erfahrungen zu schreiben. Hier erfahrt ihr einiges über die Planung, die Anreise und den Urlaub mit Fokus auf dem Schnorcheln im Roten Meer.

→ Reiseziel: Marsa Alam in Ägypten am Roten Meer 
→ Reisezeitraum: 03. – 10.12.2017 
→ Reiseart: Pauschalreise 
→ Hotel: Jaz Lamaya Resort 
→ Fluggesellschaft: Azur Air 

Inhalt


Reiseplanung Marsa Alam

Nach einem leider ziemlich verregneten Kroatienurlaub im September war schnell klar: Das kann es für das Reisejahr 2017 noch nicht gewesen sein. Ein bisschen Sonne sollte schon noch einmal drin sein.
Nur wohin, wenn die restlichen Urlaubstage nur noch für eine Woche reichen und der Zeitraum auf Dezember begrenzt ist? Ein Fernreiseziel kam deshalb von vorne herein nicht in Frage. Europa war aufgrund der Temperaturen auch schnell aus dem Rennen, da wir echte Wasserratten sind und unsere Urlaube fast mehr unter als über der Wasseroberfläche verbringen. Über die Unterwasserwelt des Roten Meers und den tollen Schnorchelbedingungen in Ägypten allgemein und ganz besonders in Marsa Alam hatten wir schon viel gehört, so dass uns die Entscheidung für diese Region letztendlich nicht schwer fiel.

Schnorcheln in Marsa Alam

Weitaus mehr Zeit haben wir in die Wahl des passenden Hotels investiert, denn bei Marsa Alam handelt es sich um eine Region knapp 300 km südlich von Hurghada, die sich über ca. 250 km entlang des Roten Meers erstreckt. Trotz ganzjährig warmen Luft- und Wassertemperaturen kommt es gerade in den Wintermonaten zu teils kräftigen Winden, die teilweise hohen Wellengang verursachen können – für uns Schnorchelfans ein Graus.
Wichtig war uns deshalb ein Hotel, das nicht an der offenen Küste, sondern in einer zurückgelegenen Bucht liegt, um so auch an windigen Tagen möglichst eine ruhige Wasseroberfläche zu haben. Es ist schließlich das Jaz Lamaya Resort geworden. Ein 5* Hotel (Landeskategorie), das zum einen windgeschützt in der sogenannten Coraya Bucht liegt und zum Anderen sehr gute Bewertungen vorweisen kann. Marsa Alam hat einen eigenen kleinen Flughafen und wir haben bei der Buchung der Reise darauf geachtet, Flüge zu erwischen, die direkt dorthin gehen und nicht nach Hurghada (für den Rückflug wurden wir leider umgebucht, so dass wir uns die lange Fahrt nach Hurghada doch nur für eine Strecke ersparen konnten, aber dazu komme ich später noch), um eine bequemere Anreise und vor allem eine erheblich kürzere Transferzeit zu haben.

Hinflug mit Azur Air nach Marsa Alam

Bei Azur Air handelt es sich um eine Charterfluggesellschaft eines Reiseveranstalters, die erst seit 2017 von Düsseldorf aus fliegt. Erfahrungen mit dieser Airline hatten wir – und auch unser Umfeld – also nicht. Der Check-In war easy, wenn auch etwas altmodisch (vorab online oder telefonisch nicht möglich). Sitze mit mehr Beinfreiheit können gegen Aufpreis dazu gebucht werden.
Das Flugzeug kam uns auf dem Hinflug noch sehr geräumig vor, da es längst nicht ausgebucht war und wir uns bequem über mehrere Sitze ausbreiten konnten. Nicht schlecht bei einem knapp 5 ½ stündigen Flug. Gratis gibt es bei Azur Air leider – trotz Mittelstrecke – weder Getränke noch Speisen und auch ein Bordentertainment existiert nicht. So ist es aber heutzutage bei den meisten Urlaubsfliegern, so dass wir uns bereits im Vorfeld darauf eingestellt hatten. Wir konnten, trotz Enteisung der Tragflächen, pünktlich in Düsseldorf abheben und der Flug verlief ohne Probleme, so dass wir relativ entspannt am Flughafen Marsa Alam ankamen. Die Sonne schien und es waren angenehme 25°C Lufttemperatur. Der Flughafen Marsa Alam ist sehr klein, man kann sich also nicht groß verlaufen. Unser Gepäck haben wir schnell bekommen und in der Ankunftshalle haben wir durch den Reiseveranstalter für ca. 30,00 € unser Visum erhalten (wir wussten zwar, dass wir die Visa auch am Flughafen für ein paar € weniger hätten bekommen können, hatten aber keine Lust zu suchen).

Anmerkung: Wenn ihr wissen möchtet, wie ihr euer Visum für Ägypten sowohl in Hurghada als auch in Marsa Alam günstiger bekommt, dann werft einen Blick in meinen Beitrag zum Thema Visum in Hurghada.
Tipp: Wer im Ägyptenurlaub nicht auf schnelles Internet verzichten will, kann sich am Flughafen Marsa Alam günstige SIM-Karten mit mehreren GB Datenvolumen holen. Wir haben es zwar nicht gemacht, hätten es uns aber bei der bescheidenen Geschwindigkeit des WLANs des Hotels zwischendurch mal gewünscht.

Das Jaz Lamaya Resort in Marsa Alam

Vor dem Flughafengebäude wartete schon ein anderer Mitarbeiter des Reiseveranstalters um uns ein paar grundsätzliche Infos zu geben und uns zu unserem Fahrer zu bringen. Da wir die einzigen Gäste des Reiseveranstalters aus diesem Flugzeug waren, hatten wir praktischerweise einen Privattransfer zu unserem Hotel. Der Transfer zum Jaz Lamaya dauerte nur ca. 10 Minuten – sehr angenehm nach der langen Flugzeit.

Jaz Lamaya in Marsa Alam

Der Check-In im Hotel verlief schnell und unkompliziert. Das Hotel ist groß (jedenfalls für uns), sauber und sehr schön im orientalischen Stil eingerichtet. Unser Zimmer war ebenfalls sauber und ansprechend eingerichtet. Für uns nach deutschem Standard nicht unbedingt 5*, aber auf jeden Fall 4* und absolut ausreichend. Das Hotelpersonal begegnete uns sehr freundlich und zuvorkommend und viele der Angestellten sprechen sogar deutsch.
Da wir nachmittags ankamen, hatten wir gerade das Mittagessen verpasst und mussten bis zum Abendessen noch warten, konnten uns aber an der Strandbar einen kleinen Snack besorgen. Eine gute Gelegenheit, um den Strand und vor allem die Bucht mit dem eigenen Hausriff schon einmal in Augenschein zu nehmen und uns die Beine etwas zu vertreten. Es handelt sich um einen Privatstrand, der nur von den Gästen des Jaz Lamaya Resort und den der umliegenden Hotels benutzt werden darf. Insgesamt sehr sauber und mit genug Liegen, Sonnenschirmen und Windschutzbarrieren für jeden Urlauber (zumindest zu unserer Reisezeit). Ins Meer gelangt man entweder durch eine kleine Passage zwischen den Riffwänden vom Strand aus (ca. 100 m zu laufen) oder über einen Steg, der über das Riff hinwegführt und einen direkt ins tiefe Wasser entlässt. Das Riff selbst ist zum Schutz der empfindlichen Unterwasserwelt abgesperrt. Auf dem Steg gibt es außerdem einen separaten Bereich für die ansässige Tauchschule, so dass es hier nicht zu einem Gedränge zwischen Tauchern und den übrigen Badegästen kommt.

Hausriff am Jaz Lamaya in Marsa Alam

Am Liebsten hätten wir direkt unsere Taucherbrillen rausgeholt und wären los ins Wasser. Da es jedoch im Winter in Ägypten genauso wie in Deutschland sehr früh dunkel wird, verschoben wir unsere erste Schnorchelerfahrung im Roten Meer auf den nächsten Tag und schauten uns erst einmal vom Steg aus das Riff von oben an.
Die Vorfreude steigerte sich direkt, als wir auch aus dieser Perspektive bereits zahlreiche bunte Fische erkennen konnten.
Mit einem guten Gefühl machten wir uns ein wenig frisch und warteten anschließend mit einem leckeren Cocktail auf das Abendessen. Hierzu gibt es nur zu sagen, dass das Essen sehr abwechslungsreich und lecker war und sowohl einheimische als auch europäische Gerichte angeboten wurden. Anschließend haben wir den Anreisetag bei ein paar Runden Billard und weiteren Cocktails ausklingen lassen.

Schnorcheln im Hausriff in Marsa Alam

Nach einer nicht ganz so erholsamen Nacht (leider war unser Zimmer sehr hellhörig) und einem reichhaltigen Frühstück (ein sehr gut gemachtes Omelett mit Tomaten und Käse und dazu French Toast) begaben wir uns zum Strand und wenig später dann auch ins Wasser.
Auf meiner Bucket-List stand immer ganz oben einmal in meinem Leben mit Schildkröten zu schwimmen. Tja, was soll ich sagen… wir gingen über den Steg ins Wasser, setzten Maske und Schnorchel auf, zogen uns die Flossen an und steckten den Kopf unter Wasser… und direkt unter uns in ca. 5 m Tiefe schwamm seelenruhig eine Meeresschildkröte. Sie war das erste was wir unter der Meeresoberfläche im Roten Meer zu sehen bekamen. Ein Traum ging in Erfüllung! Damit hatte sich der Urlaub schon gelohnt. Nachdem wir das faszinierende Tier einige Zeit beobachtet hatten, wandten wir uns der Umgebung und den übrigen Bewohnern des Riffs zu. Diese Farbenpracht und Artenvielfalt stellt alles, was wir bis jetzt gesehen hatten (zugegeben, wir waren bis jetzt „nur“ im Mittelmeer und im Atlantik schnorcheln und tauchen) in den Schatten. Wir konnten uns daran überhaupt nicht satt sehen und waren stundenlang im Wasser (glücklicherweise betrug die Wassertemperatur 27°C und wir hatten zusätzlich noch Neopren-Shortys an um länger drin bleiben zu können).
Ein echtes Paradies für uns und das Riff ist dank des rechtzeitigen Schutzes der Ägypter kaum beschädigt (von den Pfählen des Stegs, der ja nunmal weiteren Schaden verhindern soll, einmal abgesehen).

Tiere, die wir im Roten Meer gesehen haben

Hier für alle Unterwasserfans einmal eine kleine Auswahl der Tiere, die wir im Laufe des Urlaubs zu sehen bekommen haben: unechte Karettschildkröten, Delfine, ein Dugong, Blaupunktrochen, Seeschlangen, Doktorfische, Papageienfische, Drücker, Feuerfische, Feldwebel, Junker und und und.

Die Schnorchelpausen verbrachten wir am Strand. Wie bereits erwähnt, standen allen Urlaubern ausreichend viele Liegen zur Verfügung, so dass wir keine Probleme damit hatten einen gemütlichen Platz zu ergattern. Da es im Dezember in Marsa Alam – wie bei der Reiseplanung bereits befürchtet – tatsächlich sehr windig ist, ist der Windschutz am Strand Gold wert, obwohl es auch damit zu Weilen unbequem werden kann.
Am ersten Tag haben wir uns außerdem mit unserem deutschsprachigen Reiseleiter getroffen, der uns u.a. über das Ausflugsangebot informierte. Wir entschieden uns für einen Schnorchelausflug am nächsten Tag zu einem Riff vor dem Ort Port Ghalib, an dem einige Schildkröten und auch vereinzelt Dugongs (Seekühe) leben.
Abends ließen wir den Tag entspannt mit der Auswertung der Bilder unserer Unterwasserkamera (eine Qumox Actioncam, die ich nur empfehlen kann) bei ein paar Runden des einheimischen Biers ausklingen.

Schnorchelausflug nach Port Ghalib

Am kommenden Morgen wurden wir recht früh (ca. 8 Uhr) von einem klimatisierten Minibus abgeholt und zum ca. 15 Minuten entfernt gelegenem Hafen von Port Ghalib gebracht. Der Transfer war sehr angenehm und verlief problemlos. Im Hafen angekommen wurden wir zu unserem Schiff mit dem Namen Blue Waves begleitet und von der sehr netten (englischsprachigen) Crew in Empfang genommen. Nachdem letztendlich alle übrigen (multinationalen) Gäste (ca. 20) eingetroffen waren, wurden wir begrüßt und erhielten eine kurze Einweisung zum Ablauf des Tages.
Die Schiffstour sollte bis zum späten Nachmittag andauern und es waren ca. drei Schnorchelstops mit einem zwischenzeitlichen Mittagessen geplant. Außerdem sollten während der ganzen Fahrt sowohl auf dem Boot als auch im und unter Wasser von einem Crewmitglied Videos gedreht und Fotos gemacht werden, die jeder anschließend käuflich erwerben konnte.

Nach einer ca. einstündigen Fahrt mit dem Schiff kamen wir am Riff und damit an unserem ersten Schnorchelspot an. Wir ankerten und wurden mit kleineren Booten näher an das Riff gebracht um dann an der Riffkante entlang zu schnorcheln. Das benötigte Equipment wurde zuvor an Bord von der Crew ausgegeben und die Benutzung erklärt (nach Bedarf). Bevor wir alle ins Wasser entlassen wurden, wies die Crew noch auf die Verhaltensregeln im Umgang mit dem Riff und den Meeresbewohnern hin (nicht das Riff oder die Tiere berühren, genügend Abstand halten, mit den Flossen aufpassen etc.). Wir mussten leider feststellen, dass trotz der Bemühungen der Ägypter (Absperrungen, Hinweise, Verhaltensregeln) hier das Riff bereits an vielen Stellen stark beschädigt war. Die Unterwasserwelt war zwar immer noch sehr bunt und vielfältig, allerdings waren die Unterschiede zu unserem Hausriff schon deutlich zu sehen. Natürlich waren wir auch nicht das einzige Ausflugsschiff an dem Riff und ich kann nicht sagen, wie sehr bei den übrigen Gruppen auf die Einhaltung der Verhaltensregeln geachtet worden ist. Glücklicherweise waren unsere Guides sehr darauf bedacht, dass wir uns daran halten.

Schnorchelausflug in Port Ghalib, Ägypten

Nach einer ausgiebigen Schnorchelrunde ging es zurück auf das Schiff zu einer kurzen Fahrt zu einer anderen (flacheren) Stelle des Riffs, an der sich hoffentlich ein paar Meeresschildkröten antreffen ließen. Also wieder runter vom Schiff, rein ins kleine Boot und von da aus ins Wasser und dann hieß es Ausschau halten… und tatsächlich, nach ein paar Minuten entdeckten wir ein paar Meter unter uns erst zwei und dann schließlich drei Schildkröten, die am Meeresgrund nach Nahrung suchten. Wir beobachteten sie gebannt von der Wasseroberfläche aus. Der Guide tauchte einige Male ab um Fotos der Tiere aus der Nähe zu schießen (ohne die Tiere zu berühren und mit etwas Abstand selbstverständlich). Plötzlich tauchte eine der Schildkröten, die der Guide als „Nancy“ identifizierte, direkt neben mir zum Luft holen auf. Der Abstand, den wir aus Respekt vor den Tieren gehalten haben, interessierte Nancy herzlich wenig. Sie war auf einmal ca. ein Meter neben mir, schwamm entspannt an meiner Seite und streckte den Kopf aus dem Wasser. Ein wirklich faszinierender Anblick, da sie im Wasser zu schweben schien. Doch so schnell wie dieser schöne Augenblick gekommen war, war er auch schon wieder vorbei und Nancy schwamm wieder zum Meeresgrund. Ein einmaliges Erlebnis, bei dem ich zur rechten Zeit am rechten Ort war (die Anderen hatten nicht so viel Glück wie ich).

Echter Glücksfall: Ein Dugong im Roten Meer

Anschließend gab es zurück an Bord zur Stärkung ein ausgiebiges Mittagessen, bei dem sich nichts vermissen ließ. Salat, Brot, Nudeln, Reis, Gemüse, Fisch, Fleisch…alles dabei was das Herz begehrte und alles frisch und lecker. Als wir uns danach auf dem Deck sonnten und vor uns hin dösten, rief auf einmal ein Crewmitglied ganz aufgeregt, dass einer der seltenen Dugongs (Seekühe) aufgetaucht sei. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Also schnell wieder auf das kleine Boot und von da aus ins Meer.
Der Dugong „graste“ ebenso wie zuvor die Schildkröten seelenruhig den Meeresboden ab und genoss sein Mittagessen. Seekühe sehen aus nächster Nähe ein wenig plump und sehr niedlich aus (es sieht aus als würden sie lächeln). Auch hier hatten wir das Glück, dass das Tier plötzlich auftauchte und wir ein paar gute Bilder machen konnten. Da die Dugongs jedoch so selten sind (vom Aussterben bedroht), waren wir schnell nicht mehr die einzigen Beobachter. Auch andere kleine Boote kamen nach und nach heran. Das nahmen wir dann zum Anlass,uns zurückzuziehen und das Tier in Ruhe zu lassen. Als alle wieder auf dem Schiff waren, ging es auch bald zurück nach Port Ghalib. Nach den all den Eindrücken und der langen Zeit im Wasser waren wir aber auch ziemlich kaputt. So freuten wir uns nach der Schifffahrt und der anschließenden kurzen Minibusfahrt wieder im Hotel zu sein und den Tag in Ruhe abzuschließen. Alles in Allem ein sehr schöner Tag.

Zu diesen Ausflügen möchte ich generell sagen: es ist natürlich eine Massenveranstaltung (nicht auf dem eigenen Schiff, aber es sind viele Schiffe unterwegs). Man darf nicht so naiv sein, zu glauben, dass man die Meeresbewohner überhaupt nicht stört. Allerdings kann man im Vorfeld schon bei der Buchung ein bisschen aufpassen (es ist zum Beispiel unseriös, wenn damit geworben wird, dass auf jeden Fall bestimmte Tiere gesichtet werden) . Außerdem ist man auch selbst in der Verantwortung sich zurückzuhalten und den Tieren den nötigen Respekt und Freiraum zu geben, um die Störung zumindest so gering wie möglich zu halten.

Rückreise / Transfer nach Hurghada

Der Rest der Woche verging wie im Flug und plötzlich war auch schon der Abreisetag gekommen. Wie anfangs bereits erwähnt, wurden wir für den Rückflug leider umgebucht, so dass wir vom Flughafen Hurghada zurück nach Hause geflogen sind. Das bedeutete allerdings eine Transferzeit von ca. 3 ½ Stunden. Bereits vor Antritt der Reise haben wir lange überlegt, ob wir das „Risiko“ dieser langen Fahrt in einem von Terror gebeutelten Land eingehen sollen (wir hätten aufgrund der Umbuchung kostenfrei stornieren können, hatten also die Wahl), haben unsere Bedenken letztendlich abgeschüttelt und es einfach gewagt… und was soll ich sagen, wir leben noch. Es ist zwar schon ziemlich befremdlich, dass überall Militär- und Polizeiposten zu passieren sind. Außerdem hat man das Gefühl, dass man den Bus – selbst wenn man wollte – lieber nicht verlassen sollte. Daran haben wir uns jedoch schnell gewöhnt und irgendwann war es einfach eine lange Fahrt – wie in anderen Ländern auch, die wir hinter uns bringen mussten. Ein deutschsprachiger Mitarbeiter des Reiseveranstalters hat die Fahrt begleitet und uns zum Zeitvertreib viel Interessantes über das Land und die ägyptische Kultur erzählt. Schließlich ging auch diese lange Fahrt zu Ende und wir erreichten das Flughafengelände in Hurghada. Die Sicherheitsvorkehrungen von der Einfahrt auf das Gelände bis wir letztendlich im Flugzeug saßen, waren durchweg auf einem hohen Niveau, was uns zugegebenermaßen überrascht hat. Unsicher haben wir uns im Flughafen absolut nicht gefühlt. Dazu blieb uns allerdings auch gar keine Zeit, da wir stets damit beschäftigt waren von einer Kontrolle zur nächsten zu gehen.

Der stressige Rückflug mit Azur Air

Der Rückflug mit Azur Air war leider absolut nicht entspannend und hat uns tatsächlich etwas von unserer Erholung genommen. Das Flugzeug war im Gegensatz zu dem Hinflug ausgebucht, so dass dadurch sehr deutlich zu merken war, wie wenig Platz (von Komfort möchte ich gar nicht erst sprechen) in der Maschine war. Wir sind von mehrfach mit unterschiedlichen Urlaubsfliegern oder aber auch mit Billigairlines geflogen, sind da also wirklich nicht anspruchsvoll, aber Azur Air toppte leider alles. Wir konnten uns absolut nicht bewegen, da die Sitze seitlich so eng waren, dass ein normal gebauter Erwachsener bereits zu groß dafür war. Dementsprechend saßen wir wie die Sardinen in der Dose und ließen den Flug einfach nur über uns ergehen. Da wir auch noch sehr starken Gegenwind hatten, waren wir zu allem Überfluss auch noch länger in der Luft als geplant (ca. 6 ½ Stunden).
Alles in allem war der Rückreisetag durch den langen Transfer, den unbequemen Flug und die schlechte Wetterlage in Düsseldorf (Schneechaos) und die damit verbundenen Ausfälle der Deutschen Bahn ziemlich stressig und nervenaufreibend. Wir haben dennoch versucht uns davon nicht allzu sehr beeinflussen zu lassen und konzentrierten uns auf die schönen Erinnerungen des Urlaubs.

Unser Marsa Alam Fazit

Wenn ich vor Beginn der Reise den Menschen in meiner Umgebung von unseren Urlaubspläne erzählt habe, gab es eigentlich nur zwei Reaktionen. Entweder „wie könnt ihr da nur hinfliegen, das ist viel zu gefährlich“ oder aber „da war ich auch schon und es war so schön“, dazwischen gab es nicht viel. Ich kann hier niemandem garantieren, dass es während eines Ägyptenurlaubs nicht zu Zwischenfällen oder sogar gefährlichen Situationen kommen kann. Wir hatten jedoch zu keiner Zeit das Gefühl in Gefahr zu sein. Im Gegenteil: Die Ägypter in den Touristenorten geben sich die größte Mühe, es den Urlaubern so angenehm und so sicher wie möglich zu machen. Wir haben den Urlaub wirklich genießen können und abgesehen von den oben beschriebenen kleinen Unannehmlichkeiten, gab es absolut nichts daran auszusetzen. Allein schon wegen des traumhaften Roten Meeres würden wir jederzeit wieder nach Ägypten fliegen. Allerdings mit einer Einschränkung: Ich würde nicht auf eigene Faust durch das Land reisen, aber auch da mag es andere Meinungen geben. Mir persönlich wäre es zu unsicher, zumal selbst einige Ägypter vor Ort und auch das Auswärtige Amt davon abraten.

Urlaub in Marsa Alam

Auf meinem Blog findet ihr außerdem einen Hurghada Reisebericht und Tipps, wie ihr euer Visum für Ägypten günstig und unkompliziert erhaltet.

5 Kommentare

  1. Danke für den schönen Bericht! 🙂

  2. Jasmin Künzlberger sagt: Antworten

    Klasse Bericht, danke für die kleine „Traumreise“!

  3. Anschaulicher Bericht, tolle Fotos! Macht Bock auf Urlaub!

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