Roadtrip durch Transsilvanien

Rumänien – Ein eher untypisches Reiseland, an das die meisten wohl noch nicht denken, wenn es um die nächste Reiseplanung oder einen Städtetrip geht. Aber warum eigentlich? Ist es nicht gerade das Unentdeckte und Ungewöhnliche, was das Reisen so spannend macht? Klar, irgendwie haben wir wohl alle schon mal von Draculas Transsilvanien und Städten wie Cluj-Napoca und Timisoara gehört und schon unsere Eltern haben vermutlich ihren Urlaub an der Küste des Schwarzen Meeres verbracht, trotzdem ist eine Reise nach Rumänien längst nicht so en vogue, wie eine Reise nach Griechenland oder Kroatien.

Ich liebe Länder, in denen es noch echte Geheimtipps zu entdecken gibt. Spätestens nach unserer Reise nach Albanien habe ich mich in die ganz eigene Schönheit der Underdogs verliebt. Ich liebe es, Städte zu entdecken, über die es kaum Informationen im Internet oder gar Reiseführer gibt. So kann man seine eigenen Geheimtipps finden und sich ein ganz anderes Bild machen. Eine Erfahrung, die süchtig macht.

Diese Sucht konnte ich Anfang des Jahres erneut stillen, denn ein Roadtrip durch Transsilvanien stand an. 600 Kilometer durch das Herz Rumäniens, mit Cluj-Napoca als Start und dem (Dracula) Schloss Bran, zu Deutsch Törzburg, als Ziel. Was ich dabei erlebt habe, könnt ihr in diesem Erfahrungsbericht lesen.

Inhalt

Roadtrip durch Rumänien

Ein Roadtrip durch Transsilvanien – Die Route

Insgesamt haben wir fünf Nächte in Rumänien verbracht. Hier die Route, die wir genommen haben:

Start: Cluj-Napoca

Erste Station: Sighisoara (Schäßburg). Circa 160 Kilometer & 2,5 Stunden reine Fahrtzeit.

Zweite Station: Brasov. Circa 120 Kilometer & 2 Stunden reine Fahrtzeit.

Dritte Station: Schloss Bran (Törzburg). Circa 30 Kilometer & 1/2 Stunde reine Fahrtzeit.

Vierte Station: Sibiu (Hermannstadt). Circa 140 Kilometer & 2,5 Stunden reine Fahrtzeit.

Endstation: Cluj-Napoca. Circa 175 Kilometer & 3 Stunden reine Fahrtzeit



Cluj-Napoca – die zweitgrößte Stadt Rumäniens

In Cluj-Napoca startet unserer Roadtrip durch Transsilvanien. Angereist sind wir mit der Billig-Airline WizzAir, die uns für unter 50€ nach Rumänien und wieder zurück nach Deutschland brachte. Günstige Flüge nach Rumänien findet man in sämtlichen Flugsuchmaschinen regelmäßig. Für mich ein weiterer Anreiz, den Städten des Landes mal eine Chance zu geben. Kostet ja kaum etwas!

Nach der Landung auf dem kleinen Flughafen, passieren wie die Passkontrolle, die in Rumänien etwas gründlicher ausfällt (Kein Schengen Land und EU-Außengrenzen). Draußen wartet bereits ein Mitarbeiter von Klass Wagen, der Anbieter, über den wir unseren Mietwagen in Rumänien gebucht haben. Dieser bringt uns zur Mietwagenstation, alles geht unkompliziert und schnell. Für den modernen SUV zahlen wir inklusive aller Versicherungen rund 50€ pro Person (zu fünft) für die komplette Zeit.

Mit dem Mietwagen und Google Maps steuern wir als erstes einen Geldautomaten (die gibt es in Cluj an wirklich jeder Ecke) und einen Supermarkt an, in dem wir das Nötigste für die nächsten Tagen einkaufen. Der Einkauf ist sehr günstig, die Auswahl mit der deutscher Supermärkte vergleichbar. Nach einer weiteren halben Stunde erreichen wir unser Haus mitten im Wald außerhalb von Cluj-Napoca. Das Natural Forest Home, das wir ganz für uns alleine haben, ist liebevoll eingerichtet und bietet alles, was man braucht, inklusive Informationen über die Stadt. Die drei Schlafzimmer, zwei Badezimmer und eine offene Küche sind perfekt für uns fünf, und das für gerade einmal 100€ pro Person für drei Übernachtungen. Bei der Suche nach einer Unterkunft sind uns im Vorfeld viele moderne Airbnbs und Hotels ins Auge gesprungen, die meisten wirklich sehr günstig. Für die letzte Nacht in Cluj vor unserer Abreise haben wir zum Beispiel ein modernes Apartment für nur 10€ pro Person gebucht.

Sehenswürdigkeiten in Cluj-Napoca

Nachdem wir den ersten Tag mit einem langen Spaziergang durch den angrenzenden, verschneiten Wald begonnen haben, fahren wir erneut in die Stadt, um Etwas für das Abendessen einzukaufen. In der Stadt ist es rummelig und voll, überall sind Menschen unterwegs, der Verkehr ist das reinste Chaos. Irgendwie schaffen wir es dann aber zu einem Lidl, kaufen ein und fahren schnell zurück zu unserem idyllischen Häuschen im Wald. Der erste Eindruck von Cluj-Napoca ist also erstmal nicht so überzeugend, doch wir wollen der Stadt am nächsten Tag erneut eine Chance geben und uns vor allem die Altstadt ansehen.

Nach einigen Recherchen entschlossen wir uns dazu, am nächsten Tag erst ein paar Sehenswürdigkeiten im Umland von Cluj-Napoca mit dem Mietwagen  anzufahren und dann die Altstadt zu besichtigen.

Der Hoia-Baciu Wald 

Nach dem Frühstück fahren wir als erstes Richtung Hoia-Baciu, einem Wald, der in den 70er Jahren als Ort paranormaler Aktivitäten bekannt wurde. Nach einer 30 minütigen Fahrt parken wir unser Auto an einem Freilichtmuseum und laufen in den verschneiten Wald. Gruselig ist der Hoia Wald bei Cluj natürlich nicht wirklich, ganz im Gegenteil: die gekrümmten Bäume und kleinen Häuschen sehen mit dem pudrigen Schnee und der strahlenden Sonne richtig schön aus. Naturfreunde kommen hier also genau so auf ihre Kosten wie Leute, die dem „Übernatürlichem“ auf die Spur kommen wollen. Vom Hoia-Baciu Wald hat man außerdem einen guten Ausblick auf Cluj-Napoca.

Cetatuia Park & Central Park 

Mit dem Auto geht es schließlich weiter zum Cetatuia Park, einer Anhöhe oberhalb des Central Parks, in dem auch das 3 Sterne Hotel Belvedere zu finden ist (dieses sollte man auch als Adresse ins Navi eingeben). Da wir im Winter im Cetatuia Park sind, halten wir uns hier  nicht sehr lange auf, ich kann mir aber gut vorstellen, dass der Park besonders im Sommer ein schöner Ort ist, um ein bisschen umherzuspazieren, einen Kaffee in einem der Cafés zu trinken oder einfach nur die Aussicht auf Cluj zu genießen. Von hier aus kann man dann auch über die Elisabeth Brücke, an der mittlerweile ein paar Dutzend Liebesschlösser hängen,  in den Central Park spazieren. Der Central Park soll der schönste Park in Cluj-Napoca sein, großzügige Rasenflächen und schattenspendende Bäume laden besonders im Sommer zu einem ausgiebigen Päuschen ein.

Der Ausblick auf Cluj Napoca vom Cetatuia Park

Die Altstadt von Cluj-Napoca 

Mit unserem Mietwagen fahren wir schließlich vom Cetatuia Park in Richtung Altstadt. Nach kurzer Suche finden wir einen Parkplatz in einer der (sehr) engen Einbahnstraßen der Stadt und starten unsere Sightseeing Tour am Piata Muzeului, einem kleinen, kopfsteingepflasterten Platz, an dessem Ende sich die Franziskaner Kirche befindet. Ein Blick in die prachtvolle Kirche ist kostenlos und lohnenswert!

Die Franziskaner Kirche am Piata Muzeului in Cluj-Napoca
Die Franziskaner Kirche am Piata Muzeului

Von hier aus schlendern wir durch die schönen, von kleinen Cafés gesäumten Gassen bis zum Unirii Square, Piata Unirii. Verpassen kann man den großen Platz nicht, wird er doch von der großen Matthias Corvinus Statue und der noch größeren Michaelskirche dominiert. Wir drehen ein paar Runden auf der Eislaufbahn, die hier zu dieser Jahreszeit aufgebaut wird. 5€ kostet der Spaß inklusive der Leihgebühr für die Schlittschuhe. Anschließend wärmen wir uns in einem der zahlreichen, hübschen Cafés, die ebenso gut in einem Hipster-Viertel in Berlin aufgehoben wären, auf. Wenn es der Studentenstadt Cluj-Napoca an einem nicht mangelt, dann sind es Cafés, Bars und Nachtclubs, in denen man für 2-5€ Kaffee, Bier und Cocktailkreationen serviert bekommt. Einen großen Unterschied zu anderen europäischen Studentenstädten konnte ich hier wirklich nicht ausmachen. Im Sommer muss die Atmosphäre in Cluj einfach toll sein.

Unweit des Unirii Squares befinden sich außerdem noch zwei Museen, die zumindest bei Tripadvisor gute Bewertungen bekommen haben: das Museum der Pharmazie und das Ethnographische Museum von Siebenbürgen, die wir aber selbst nicht besucht haben. Der Eintritt kostet bei Interesse ungefähr 2€. Kann man mal machen!

Cimitrul Central in Cluj-Napoca 

Uns zieht es derweil weiter in Richtung des Friedhofs von Cluj-Napoca. Auf diesem Weg kommen wir noch an der Catedrala Adormirea und dem Nationaltheater vom Cluj vorbei. Zwei wunderschöne Gebäude, die man nicht verpassen sollte.

Ein weiteres Highlight wartet mit dem großen Zentralfriedhof auf uns. Wer sich nun wundert, was an einem Friedhof so besonders ist, hat wahrscheinlich noch nie einen rumänischen Friedhof besichtigt. Die meisten Gräber sind viel prachtvoller und ganz anders als in Deutschland. Familiengruften, sogar in Form von Pyramiden oder Häusern, Obelisken und verschachtelte Wege machen eine Spaziergang über den Friedhof zu einem echten Erlebnis. Irgendwie morbide: einige Grabstätten tragen bereits die Namen und Geburtsdaten der jeweiligen Familien, deren Todesdaten sind aber noch nicht eingraviert, was darauf schließen lässt, dass sich hier jemand schon einen „guten Platz“ reserviert hat. 😉

Wer lieber im Reich der Lebenden spazieren möchte, kann dies zum Beispiel im Botanischen Garten von Cluj-Napoca tun, der sich ganz in der Nähe des Friedhofs befindet.

Nachtleben in Cluj-Napoca 

Natürlich wollen wir es uns nicht nehmen lassen auch das Nachtleben in Cluj ein bisschen unter die Lupe zu nehmen. Ein kurzer Check bei Tripadvisor verrät, dass es der Stadt an Bars nicht mangelt. Besonders in der Altstadt und im Studentenviertel beim Botanischen Garten gibt es viele Bars, die in den Abendstunden zu einem oder auch mehreren Drinks einladen. Wir entscheiden uns an unserem letzten Abend in der Stadt für den Che Guevara Social Pub direkt am Unirii Square. Die Bar ist sehr gut gefüllt, sodass wir im beheizten Außenbereich Platz nehmen. Cocktails und Longdrinks kosten 4€, Bier gibt es für 2,50€. Aber immer dran denken: in Rumänien gilt eine knallharte Grenze von 0,0 Promille!

Sighisoara – Schäßburg

Nach einer kurzen Nacht geht unser Roadtrip durch Transsilvanien los. Die erste Station ist der rund 160 Kilometer entfernte Ort Sighisoara, der auch unter dem alten Namen Schäßburg bekannt ist. Nach einer rund 2 1/2 stündigen Fahrt über verschneite Landstraßen,  und kurvige Serpentinen, vorbei an ärmlich wirkenden  Dörfern mit prächtigen Kirchen, erreichen wir die Stadt, die der Geburtsort von Vlad dem Pfähler sein soll. Nach einer kurzen Stärkung in einem der zahlreichen Restaurants geht die Erkundungstour durch die kopfsteingepflasterten Gässchen los. Bereits nach ein paar hundert Metern befinden wir uns im Kern von Schäßburg, dem Piata Cetatii. Die bunten, alten Häuser verzaubern uns auf Anhieb. Rot, gelb, pink, grün und orange stehen sie, etwas krumm und schief, in der gesamten Altstadt, die hübsche Verzierungen und hölzerne Fensterläden steuern ihren Teil zur einmaligen Atmosphäre bei. Zwischen Piata Cetatii und dem Stundturm befindet übrigens auch das angebliche Geburtshaus von Vlad dem Pfähler, gut sichtbar danke eines Schildes an der quietschgelben Hausfront.

Vom zentralen Platz (der im Winter frei von anderen Touristen ist) geht es weiter über die alten Stufen der Studententreppe, Scara Scolarilor, hinauf zur Bergkirche. Nebelschwaden legen sich über den Friedhof unter der Kirche, laut krächzende Schwärme von Krähen ziehen vorbei. Ein bisschen Dracula-Gruselfeeling kommt tatsächlich auf. Wenn man es denn will. 😉 Ansonsten ist Schäßburg vor allen Dingen eines: ein wunderschönes Städtchen, das man auf einem Transsilvanien Roadtrip unbedingt besuchen sollte!

Brasov 

Nach weiteren 120 Kilometern Fahrt kommen wir an unserem Tagesziel an: Brasov. Viel wissen wir nicht über die siebtgrößte Stadt Rumäniens, nur, dass das Dracula-Schloss Bran, auch bekannt als Törzburg, ganz in der Nähe steht. Spät am Abend kommen wir in unserer Herberge, der Pension Dumbrava Soarelui, außerhalb der Großstadt an. Das rustikale Haus erinnert mich sofort an eine gemütliche Hütte in den Bergen, umgeben von Wäldern und bedeckt von einer dichten Schneedecke. Unser Gastgeber begrüßt uns freundlich mit perfektem Englisch, zeigt uns die gemütlichen Zimmer mit Balkon und bietet uns sofort Tee und Kaffee zur Stärkung an. Nach einem kurzen Spaziergang durch die nähere Umgebung (und einer Runde kuscheln mit den süßen Welpen, die hier aufgezogen werden) folgen wir einem seiner Tipps und fahren mit dem Auto zu einer illuminierten Burg auf einer Anhöhe. Vom hier aus haben wir einen unglaublichen Blick auf Brasov. Die Stadt sieht bei Nacht wirklich eindrucksvoll aus. Morgen soll es zwar direkt weiter zur Törzburg in Bran gehen, aber zuvor wollen wir uns die Innenstadt von Brasov dann doch noch etwas genauer ansehen.

Ausblick auf Brasov in Rumänien

Am nächsten Morgen bekommen wir nach einer erholsamen Nacht ein deftiges Frühstück mit hausgemachter Wurst, diversem Käse, frischer Marmelade, Obst, Gemüse und Kaffee serviert. Gerade einmal 6€ soll das Frühstück pro Person kosten, doch da der Wirt der Meinung ist, dass wir sowieso kaum etwas gegessen haben, bekommen wir es für 2€.

Reichlich gestärkt fahren wir nach Brasov, um uns die Altstadt anzusehen. Der kleine Abstecher war ganz und gar die richtige Entscheidung, denn die Stadt stellt sich als kleines Schmuckstück heraus. Charmante, alte Häuser, großzügige Plätze, gemütliche Cafés und imposante Sakralbauten machen Brasov zu einem lohnenswerten Ziel in Rumänien, an dem man durchaus auch mehrere Tage verbringen kann.

Das Dracula Schloss Bran / Törzburg

Auf der halben Strecke zwischen Brasov und Bran machen wir noch am Schloss Râșnov Halt, einer Sehenswürdigkeiten, die uns wärmstens von unserem Gastgeber empfohlen wurde. Und da sich bereits die erste Empfehlung als toller Tipp herausstellte, wollten wir auch dem zweiten Tipp folgen. Die Fahrt zum Schloss gleicht einer Reise durch ein Winterwonderland: Bäume, mit einer dicken Schneedecke bedeckt, die allseits präsenten Karpaten und zwischendurch ein Reiter, der mit dickem Pelzmantel und Mütze aus einer anderen Zeit zu stammen scheint. Ja auch das ist Rumänien – krasse Kontraste von modernen Städten und ärmlichen Dörfern, von hippen Studenten und der Landbevölkerung, der die harte Arbeit ins Gesicht geschrieben zu sein scheint. Luxuriöse Wohnungen und Autos stehen abgewrackten Häusern und Pferdekutschen gegenüber. Eindrücke, die mich beeindrucken und nachdenklich machen.

Angekommen am Schloss Râșnov parken wir unser Auto und laufen den kleinen Berg zur Burganlage hoch. Alternativ fährt hier auch eine Bimmelbahn, doch wenn man kann, sollte man meiner Meinung nach nicht so faul sein und laufen… Manche Dinge wollen eben verdient sein! 😉 Der Eintritt zur Burg kostet ungefähr 3€ (1€ für Studenten und Schüler), in dem Areal gibt es einige Souvenirläden und eine Aussicht, die wirklich wunderschön ist und wegen der ich den Abstecher zum Schloss auch empfehlen würde.

Nur etwa 20 Minuten später kommen wir in Bran an, einem Ort, den ich aufgrund des Dracula Schlosses und des damit verbundenen Ansturms als touristisches Zentrum Transsilvaniens bezeichnen würde. Während uns in Rumänien bislang eher wenige andere Touris über den Weg liefen, scheint sich in Bran alles zu bündeln. Unzählige Stände, an denen Magnete, Pantoffeln, Postkarten und andere typische Souvenirs verkauft werden, reihen sich aneinander und weisen uns den Weg zum Schloss. 10€ (5€ für Studenten und Schüler) werden für den Eintritt fällig, die Schlange ist kurz und der Blick auf das Dracula Schloss Törzburg bereits von Weitem verheißungsvoll. Der kalte Wind pfeift uns um die Ohren, während wir hinauf zum Schloss laufen.

Im Inneren des Dracula Schloss‘ ist es eng, oft müssen wir unsere Köpfe einziehen, um uns nicht zu stoßen. An vielen Stellen, müssen wir die anderen Besucher erst vorbeilassen, um den nächsten Raum betreten zu können. In den Räumen ist das alte Mobiliar ausgestellt und gibt einen Eindruck davon, wie hier früher gelebt wurde. Infotafeln erzählen von der Geschichte von Schloss Bran, von der Schenkung an Marie Alexandra Victoria von Edinburgh, der Übernahme der Törzburg durch die Kommunisten im Zweiten Weltkrieg und den Ausbau des Schlosses in eine Touristenattraktion. Auch das Leben des Fürsten Vlad III. Draculea, der Dracula als Vorlage diente, sowie der Kult um Bram Stokers Geschichte wird behandelt. Was wirklich wahr ist und was künstlich für die Besucher aufgebauscht wird, wird uns nicht ganz klar. Am Ende verlassen wir das Schloss Bran durch den Museumsshop, in dem es Bücher und andere Dracula-Souvenirs zu kaufen gibt.

Schnell schießen wir noch ein paar Fotos vor dem Schloss, der Wind ist eisig kalt und so langsam bekommen wir Hunger. In einer kleinen Pizzeria, kaum größer als ein Kiosk, kaufen wir eine herrlich leckere Pizza, die wir (notgedrungen) im Auto essen.
Wir fahren weiter, sechs Stunden Fahrt stehen uns noch bevor, wir müssen schließlich Abends wieder in Cluj-Napoca, dem Ausgangspunkt unserer Rumänien Reise sein.
Nach der Hälfte der Strecke erreichen wir die Stadt Sibiu, die sich 2007 Kulturhauptstadt Europas nennen durfte. Es ist bereits dunkel und da noch rund 2 ½ Stunden Fahrt vor uns stehen, belassen wir es bei einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt und einen stärkenden Kaffee in einem süßen Café direkt an der Flaniermeile. Schade, ich hätte gerne mehr von Hermannstadt, wie der deutsche Name von Sibiu lautet, gesehen, doch der knappe Zeitplan lässt keinen längeren Bummel zu. Morgen Vormittag geht schließlich schon unser Flug zurück nach Deutschland.

Nach weiteren 250 Kilometern haben wir es geschafft und erreichen Cluj-Napoca, wo schon der Gastgeber unserer modernen Maisonette Wohnung, die wir über Airbnb für 10€ pro Person gebucht haben. Geplättet vom Tag stoßen wir mit einem Bier auf den gelungenen Rumänien Roadtrip an und fallen dann müde ins Bett.
Am nächsten Morgen fahren wir ein letztes Mal in die Altstadt, um in einem hübschen Café zu Frühstücken. Es gibt leckere Pancakes und frischen, starken Kaffee. Genau das Richtige, um in den Tag zu starten. Schnell tanken wir noch das Auto voll, bevor wir es schließlich wieder der Autovermietung übergeben. Die Übergabe läuft genau so schnell und unkompliziert wie der anschließende Transfer zum Flughafen. Alles in Allem lief wirklich alles reibungslos und gut – das hätte ich im Vorfeld gar nicht gedacht.

Lohnt sich eine Reise nach Rumänien?

Viele Freunde und Bekannte fragen mich, ob ich Rumänien als Reiseland empfehlen kann. Meine Antwort: Definitiv. Nicht nur, dass eine solche Reise den eigenen Horizont enorm erweitert, auch die Landschaften und Sehenswürdigkeiten in Rumänien sind absolut eine Reise wert. Die Kontraste, die wir auf unserem Roadtrip gesehen und erlebt haben, zeigen das Land in vielen Facetten, von wunderschön bis verfallen, von prunkvoll bis ärmlich. Eine Tatsache, die mich überzeugt hat. Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Reise nach Rumänien, die bestimmt nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Eine Reise durch Rumänien

3 Kommentare

  1. danke für diesen guten, ausführlichen Bericht

  2. Toller Bericht und super Fotos! Da bekomme ich Bock selbst mal hinzufliegen. 🙂

Schreibe einen Kommentar